Liebe Gäste!
Ihr hattet eine leichte
Frage,
was Ihr denn bringen
sollt als Gabe.
Nach einer
Hochzeitslist« wurde gefragt,
da waren wir bald ganz
verzagt.
Wir dachten hin, wir
dachten her,
was denn für uns
passend wärÕ.
Die Frage hat uns zugesetzt
-
was sollen wir uns
wünschen jetzt?
Alles Notwendige ist
schon da.
Zum Verzweifeln ist das
Ð ja!
Fiel uns doch das alles
ein,
was wir haben schon
daheim.
Die Liste von den
Siebensachen,
die wir nicht brauchen,
war leicht zu machen.
Nicht Kühlschrank, Herd
und Waschmaschine,
auch kein Regal für die
Terrine,
nicht Bügeleisen,
Bügelbrett,
Kleiderhaken,
Doppelbett,
nicht Perlenschmuck und
buntes Kleid -
nein! - Wärme und
Behaglichkeit!
Nach folgendem steht
uns der Sinn:
ein Haus, wo wir woll«n
wohnen drin!
Die Wohnung ist halt
doch sehr klein,
da passen wir zu dritt
nicht rein.
Doch momentan Ð oh Weh,
oh Schreck -
das Haus ist ja noch
voller Dreck.
Es war einmal ein Haus
voll Luxus,
doch nur für felis,
porcus, equus.
Will sag«n für Pferde,
Schwein und Katz«,
für uns ist da noch gar
kein Platz!
Viel Arbeit steckt da
noch dahinter
bis wir«s gemütlich
hab«n im Winter.
Ja, auch im Sommer
wär«s ganz nett,
wenn jeder hättÕ sein
eignes Bett
und auch noch Platz und
eignen Raum,
um alle Dinge zu
verstau«n.
Doch wie schon vorne
angedeutet,
noch niemand unsre
Glocke läutet,
weil«s Haus noch gar
nicht wohnbar ist -
wir hoffen, wir
schaffen «s in Jahresfrist.
Doch hab«n wir sehr
bald festgestellt,
das Einzige, was jetzt
noch fehlt -
wir woll«n «s nicht
sag«n, «s klingt ordinär -
das Problem ist
monetär.
Der Traum vom Haus ist
wunderschön!
Man darf nur nicht aufs
Konto seh«n.
Wenn Ihr uns denn
beschenken wollt,
wir freu«n uns über
Silber, Gold,...
Na gut, wir woll«n
bescheiden sein,
wir freu«n uns über
jeden Schein.
Jeder Cent ist uns
willkommen,
damit «s nicht bleibt
beim Wunsch, beim frommen.
Die Heizung will
bezahlet sein,
ein Fußboden wärÕ auch
ganz fein,
und dichte Fenster sind
ganz wichtig -
noch zieht es nämlich
durch, so richtig.
Farbe muß noch an die
Wände,
waschen können muß man
seine Hände,
und dann ein kleines
Abendessen -
das darf man
schließlich nicht vergessen -
in der Küche klein und
fein,
kann das Leben schöner
sein?
Wenn wir des Nachts im
Bette liegen,
uns Eure Wünsche in den
Schlaf wiegen,
auf daß wir träumen von
Gartenfesten,
wo Ihr wieder seid
unter den Gästen!
© 2004, Karin Lee-Novák